Denk-Tage im November

10. November: Erna Pichler-Thele (1900–2001)
Erste Studentin an der Mannheimer Ingenieurschule

Erna Pichler-Thele steht beispielhaft für viele Frauen ihrer Generation, die in jungen Jahren einen Aufbruch in die Männerwelt gewagt haben, dann aber durch die Verhältnisse ausgebremst wurden. Neben den „klassischen“ Gründen Ehe und Mutterschaft war es in ihrem Fall auch die restriktive Frauenpolitik des NS-Staates, die dazu geführt hat, dass die studierte und diplomierte Elektrotechnikerin die längste Zeit ihres Lebens an der Theaterkasse des Nationaltheaters Mannheim tätig war.

13. November: Christina Wilhelmina von Grävenitz wird am 13. November 1707 als morganatische Ehefrau des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg präsentiert

Waren einflussreiche Frauen an den absolutistischen Höfen, wie Christina Wilhelmina von Grävenitz, so etwas wie Vorreiterinnen der Emanzipation? Eine wissenschaftliche Brille, die die Fehlsichtigkeit im Hinblick auf die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern am Hof korrigiert, hilft bei der Einschätzung.

29. November: Gertrud Müller, geb. Wieland (1915–2007)
Gesellschaftskritikerin und Antifaschistin

Drei Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Gertud Müller als KZ-Überlebende zur Vorsitzenden der Lagergemeinschaft des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück gewählt. Von 1979–1997 setzte sie sich hier neben ihren späteren Aufgaben als Vizepräsidentin des Internationalen Ravensbrückkomitees für die gesellschaftliche, politische und juristische Wiedergutmachung ihrer Leidensgenossinnen ein. Die auf das Recht des Widerstands Beharrende sah sich in ihrem tolerant politischen Handeln in der kommunistischen Weltanschauung aufgehoben.