Denk-Tage im Mai

09. Mai: Anna von Baumgarten (1527–1592)
Kaufmannsehefrau, Regentin der Herrschaft Erbach (Donau) und Vielschreiberin

Eigentlich war sie, die in Erbach residierende, vehement um das Erbe ihrer Familie kämpfende steirische Adelige, fast vergessen. Anlässlich der Abfassung eines Findbuchs über das Archiv der Herren von Baumgarten wurde sie wieder entdeckt.

15. Mai: Der Heidelberger Verein Frauenbildung-Frauenstudium – eine "Arena der Politisierung"?

Am 15. Mai 1897, also vor 125 Jahren, gründete sich die Heidelberger Ortsgruppe des Vereins Frauenbildung-Frauenstudium (VFF). Außer der langjährigen Vorsitzenden Marianne Weber gehörten mit Else Jaffé-von Richthofen und Marie Bernays weitere prominente Vertreterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung zeitweilig zum Vereinsvorstand. Sie verkörpern jene Generation, für die – so die Soziologin Theresa Wobbe – die Frauenbewegung zu einer "Arena der Politisierung" wurde.

16. Mai: Dr. Dorothee von Velsen (1883–1970)
Einflussreiche Frauenrechtlerin, promovierte Historikerin und liberale ‚Weltbürgerin‘

Am 16. Mai 1970 starb Dr. Dorothee von Velsen. Die gebürtige Oberschlesierin, die in Berlin zur liberalen Frauenbewegung um Helene Lange (1848–1930) und Gertrud Bäumer (1873–1954) fand und Karriere in inter-/nationalen Frauenbewegungs-organisationen machte, knüpfte autobiografische Erinnerungen an Baden. Während sie selbst unermüdlich weiblicher Leistungen gedachte, geriet ihr Name in Vergessenheit: Wer war die einst inter-/national als ‚weltoffen‘ geschätzte Vordenkerin?

25. Mai: Babette Egle (1875–1968)
Wirtin und erste Gemeinderätin in Blaubeuren

Nichts in Blaubeuren erinnert heute mehr an Babette Egle. Die Wirtin des Gasthofs „Zum Güterbahnhof“ wurde 1919 als erste Frau für die SPD in den Blaubeurer Stadtrat gewählt und begleitete das politische Geschehen bis Ende der 1920er-Jahre.

27. Mai: „Ein noch nie dagewesenes Unternehmen“
Febronie Rommel und die Gründung des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnen Vereins am 27. Mai 1890

Lehrerinnen waren keine „alten, verbitterten Jungfern“, die still vor sich hin lebten und litten, sondern aktive Frauen und engagierte Pädagoginnen, die ihre Interessen vertraten, sehr gut vernetzt waren und sich für eine verbesserte Mädchen- und Frauenbildung engagierten. Eine davon war Febronie Rommel.