Denk-Tage im April

01. April: Augusta (Gusta) Rath (1885–1983)
Frühe Studentin, vielseitig engagierte Ärztin

In Heilbronn blieb sie über den Tod hinaus als eine sehr tüchtige, anteilnehmende Ärztin in Erinnerung, die lange Arbeitstage und -wege nicht scheute, um ihren Patientinnen und Patienten zu helfen. Geboren wurde Augusta Rath geb. Kiesselbach, deren Rufname Gusta lautete, am 1. April 1885 in Erlangen und wuchs dort mit einer Mutter auf, die eine aktive Frauenrechtlerin war.

12. April: Thekla Kauffmann (1883–1980)
Frauenrechtlerin und Landtagsabgeordnete des Freien Volkstaats Württemberg 1919/20

Der frauenbewegten Landtagsabgeordneten der ersten Stunde, der Sozialbeamtin und Emigrationsbeauftragten Thekla Kauffmann, gelang es vor 80 Jahren, im April 1941, als eine der letzten jüdischen Bürger*innen dem Naziregime zu entkommen, bevor am 1.10. der Ausreisestopp und im Dezember die Deportationen der jüdischen Bevölkerung in den Osten umgesetzt wurden.

22. April: Marie Bernays (1883–1939)
Sozialforscherin und Frauenrechtlerin

Marie Bernays gehört zu dem Kreis der Wissenschaftlerinnen im späten Wilhelminischen Kaiserreich, die einen großen Beitrag zur Entwicklung von Sozialforschung und professioneller Sozialarbeit leisteten. Als Nutznießerin des Kampfes der Frauenrechtlerinnen für das Frauenstudium war sie eine der ersten Promovendinnen an der Universität Heidelberg. Für die Frauenbewegung und die politische Partizipation von Frauen in der Weimarer Republik einzutreten, war für die Leiterin der sozialen Frauenschule in Mannheim selbstverständlich.

23. April: Bertha Thalheimer (1883–1959)
Politikerin, Journalistin, Frauenrechtlerin

Bertha Thalheimer war eine linke Politikerin, eine Journalistin, eine Frauenrechtlerin. Sie war mit Rosa Luxemburg und Clara Zetkin befreundet und starb am 23. April 1959.

26. April: Adelheid Steinmann (1866–1925)
Bildungspolitikerin und Frauenrechtlerin

Als Vorstandsmitglied des Freiburger Ortsverbands des Vereins „Frauenbildung–Frauenstudium“ zog die Professorengattin 1899 alle Register, um Frauen im Großherzogtum Baden den Weg zum gleichberechtigten Studium zu ebnen. Später war sie als Vorsitzende des Gesamtvereins an allen weiteren Universitätsöffnungen in Deutschland mindestens indirekt beteiligt. Ihr Kampf galt auch dem Frauenstimmrecht. Kaum war dieses erreicht, ließ sie sich in Bonn zur Stadtverordneten wählen und bekleidete dieses Amt bis kurz vor ihrem Tod.