Denk-Tage im Juni

01. Juni: Anna von Hohenlohe (Weinsberg) (1370–1434)
Eine hochadlige Dame im deutschen Südwesten im Spätmittelalter

Wie viele ihrer Zeit- und ihrer Standesgenossinnen verfügte Anna von Weinsberg († 1. Juni 1434) als edle Frau aus dem hochadligen Hause Hohenlohe über Ressourcen und Beziehungen, um an politischen Aktivitäten ihrer Familie teilzuhaben. Ihr Wirkungsraum erwuchs aus ihren verwandtschaftlichen Verbindungen und dem Status ihres Ehemannes Konrad von Weinsberg als hohem Reichsbeamten.

07. Juni: Das NEIN im badischen Landtag zum Antrag auf Einführung des Frauenstimmrechts

Am 7. Juni 1918 stimmte die Zweite Kammer des Badischen Landtags mit „großer Mehrheit“ gegen den Antrag der Fortschrittlichen Volkspartei, das Frauenwahlrecht für die Landtagswahlen einzuführen. Wie die Zeitschrift für Frauenstimmrecht in der Ausgabe vom 15. August 1918 resümierte, waren in der vorausgegangenen Debatte vor allem altbekannte Phrasen zu hören: „Sogar die drei Worte: Kinder, Küche, Kirche traten wieder aus der Versenkung auf“.

17. Juni: Berta Ottenstein (1891-1956)
Dermatologin und Wissenschaftspionierin, von den Nazis ins Abseits katapultiert

Berta Ottenstein war Deutschlands erste Dozentin für Dermatologie und die erste habilitierte Frau in Freiburg. Als Jüdin wurde sie von der Universität vertrieben und in die Emigration gezwungen, wo sie zwar noch anerkannte „Pionierleistungen“ vollbringen konnte, jedoch nie ein gesichertes Auskommen hatte.

23. Juni: Die erste SPD-Frauenkonferenz in Baden - 23. Juni 1912

Obwohl die Sozialdemokratie lange Zeit als einzige politische Partei das Frauenwahlrecht forderte, spielte für sie bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Frage der Geschlechterverhältnisse nur eine nachrangige Rolle. Es bedurfte zahlreicher Diskussionen und Parteitage, bis die SPD einer Frauenorganisation in ihren Reihen zustimmte. Die erste Badische SPD-Frauenkonferenz in Karlsruhe war ein deutliches Zeichen des Erstarkens der sozialdemokratischen Frauenbewegung im Großherzogtum Baden.