Denk-Tage

2020 feiert Freiburg seinen 900sten Geburtstag, Ebersbach an der Fils ist 850 Jahre zuvor zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden. Der Hinrichtungstag des Jesuitenpaters Alfred Delp, Mitglied des Kreisauer Kreises, jährte sich am 2. Februar zum 75sten mal. 50 Jahre ist es her, dass ein Volksentscheid sich für die Beibehaltung des Landes Baden-Württemberg entschied. Und die Frauen? Wer weiß schon, dass Marianne Weber, die Frauenrechtlerin, feministische Schriftstellerin und badische Landtagsabgeordnete, am 2. August 150sten Geburtstag hat?

Frauen & Geschichte will mit der Rubrik Denk-Tage einen virtuellen Raum eröffnen für die Erinnerung an Frauen in Baden und Württemberg, an Ereignisse, Kämpfe und Siege mit Bedeutung für weibliche Lebensbedingungen und Handlungsspielräume.
Wir hoffen auf viele Beiträge, die wir gerne mit Ihrem Namen versehen hier veröffentlichen. Die Essays sollen maximal 4.000 Zeichen umfassen. Sie können mit gemeinfreien Bildern gestaltet werden. Eine sprechende Überschrift und ein zweizeiliger Teaser sind hilfreich. Bitte keine Fußnoten, aber gerne ein Hinweis auf weiterführende Lektüre. Die Beiträge bitte schicken an info@frauen-und-geschichte.de.

29. November: Gertrud Müller, geb. Wieland (1915–2007)
Gesellschaftskritikerin und Antifaschistin

Drei Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Gertud Müller als KZ-Überlebende zur Vorsitzenden der Lagergemeinschaft des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück gewählt. Von 1979–1997 setzte sie sich hier neben ihren späteren Aufgaben als Vizepräsidentin des Internationalen Ravensbrückkomitees für die gesellschaftliche, politische und juristische Wiedergutmachung ihrer Leidensgenossinnen ein. Die auf das Recht des Widerstands Beharrende sah sich in ihrem tolerant politischen Handeln in der kommunistischen Weltanschauung aufgehoben.

13. November: Christina Wilhelmina von Grävenitz wird am 13. November 1707 als morganatische Ehefrau des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg präsentiert

Waren einflussreiche Frauen an den absolutistischen Höfen, wie Christina Wilhelmina von Grävenitz, so etwas wie Vorreiterinnen der Emanzipation? Eine wissenschaftliche Brille, die die Fehlsichtigkeit im Hinblick auf die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern am Hof korrigiert, hilft bei der Einschätzung.

21. Oktober: Elisabeth Altmann-Gottheiner (1874–1930)
Erste Hochschuldozentin, Frauenrechtlerin

Elisabeth Altmann Gottheiner (1874-1930) war die erste Hochschuldozentin in Deutschland. Zusammen mit Alice Bensheimer bildete sie die kontinuierliche Kraft im Bund Deutscher Frauenvereine (BDF), dem Dachverband, der den frühen Aktivistinnen der Frauenbewegung ein kollektives Selbstbewusstsein und Solidaritätsgefühl vermittelte.

7. Oktober: Euphemia Dorer (1667-1752)
Ursuline, Mädchenschule in Freiburg

Die Schweizerin Euphemia Dorer hat tiefe Spuren in der Bildungsgeschichte der Stadt Freiburg im Breisgau hinterlassen. Bis heute wird die charismatische Nonne und zupackende „Macherin“ mit den Anfängen der Mädchenbildung in der Stadt verbunden.

18. September: Julie Bassermann (1860-1940)
Frauenrechtlerin und Netzwerkerin

Julie Bassermann (1860-1940) ist heute nur noch wenigen bekannt. Dabei haben sie und der Verein „Frauenbildung – Frauenstudium“ maßgeblich dazu beigetragen, dass Baden als erster deutscher Staat 1900 die Universitäten für Frauen öffnete. Auf vielfache Weise hat sich die Mannheimerin für gleiche soziale und politische Rechte von Frauen eingesetzt.

2. August: Marianne Weber (1870-1954)
Frauenrechtlerin, Parlamentarierin

Marianne Weber (1870-1954) war weit über ihre Wahlheimat Heidelberg hinaus als Frauenrechtlerin bekannt. Als Parlamentarierin der ersten Stunde setzte sie 1919 Maßstäbe. Warum nur blieb sie vor allem als Frau und Nachlassverwalterin des berühmten Soziologen Max Weber in Erinnerung?